Deutsch Langhaar

Die Rasse

Die Deutsch Langhaarkatze ist eine elegante Katzenrasse mit wunderschönem seidigen und langem Fell, welches entgegen aller Annahme sehr pflegeleicht ist und nur beim Fellwechsel im Frühjahr etwas Unterstützung bedarf. Sie wirkt wunderbar natürlich in ihrer Bewegung und hat ein ausgewogen proportioniertes Erscheinungsbild.

Die Deutsch Langhaar ist eine charakteristisch ausgeglichene aber auch interessante Katze.

Die Geschichte

Zwei Katzenrassen sind in Deutschland entstanden - die Deutsch Langhaarkatze ist eine davon.
Sie wird erst seit wenigen Jahren wieder als Rassekatze gezüchtet. Dennoch blickt diese Katze auf eine interessante Geschichte zurück.

Die erste Katzenausstellung fand 1871 im Crystal Palace in London statt. Königin Viktoria besuchte diese und erstand zwei blaue Angorakatzen. Fortan erfreute sich die Perser an grosser Beliebtheit.

Zur Erklärung: in Deutschland wurden die weißen Langhaarkatzen oftmals als Angorakatzen und blaue Langhaarkatzen als Perser bezeichnet.
Langhaarkatzen in Großbritannien wurden gernell als Perser bezeichnet.

Doch wie wurde die Deutsch Langhaarkatze eine Rassekatze? Harrison Weir war der Erfinder des Stammbaums und im letzen Viertel des 19. Jahrhunderts wurden von ihm Zuchtbestimmungen und Rassestandards erstellt.

In Großbritannien und Frankreich begann man Abfang des 20. Jahrhunderts die Langhaarkatzen auf einen einheitlicheren Typ hin zu züchten. Katze mit breitem Kopf und kurzen Schnautzen wurden bevorzugt. Die Perser, wie wir sie heute kennen, entstand.

In Deutschland waren die Angorakatzen zu dieser Zeit noch sehr verschieden.

1929 erstellte der Ausstellungsrichter und Katzenzüchter Prof. Dr. F. Schwangart einen Standard und eine Punkteskala und ernannte die Deutsch Langhaarkatze. Fortan gab es zwei Kategorien von Angorakatzen. Auf der einen Seite die Perser (kurze Schnauzen mit gedrungendem Körper) und andererseits die Deutsch Langhaar mit einem ausgeglichenem Aussehen. 1930 wurde der erste DLH Kater "Fuchs von der Rheinburg" als Bundessieger gekührt.

Die Unterscheidung zwischen Perser und DLH wurde vom Reichsverband 1934 für das Deutsche Katzenwesen übernommen. 1935 konnten Perser, Deutsch Langhaar und Heilige Birma als getrennte Rassen gezüchtet und ausgestellt werden. Für jede Rasse gab es einen Rassestandard.

Während des 2. Weltkrieges wurde in Deutschland fast gar nicht mehr gezüchtet und nach dem Krieg gab es kaum noch Zuchtkatzen.

Der DEKZV war von 1949 bis 1970 der einzige Katzenzuchtverein in Deutschland. Dieser hob die Rassestandards von Perser und DLH auf und nannte sie wieder Angorakatze. In dieser Zeit wurden beide Rassen als Angorakatzen gezüchtet, nur in den Katzenbüchern wurde weiter unterschieden.

Die Geschichte der DLH hätte beinahe ein Ende gefunden, jedoch kam Frau Renate Aschemeier Ende der 60iger in den Besitz von mehreren ursprünglichen Langhaarkatzen. 30 Jahre führte sie die Zucht mit dieser Katzenrasse fort. Um Inzucht zu vermeiden, kreuzte sie teilweise geeignete Langhaarkatzen ein, allerdings darauf bedacht, das ursprüngliche Erscheinungsbild zu erhalten. Dann fanden sich einige Züchter, die diese wunderschöne Rasse nach dem Rassestandard von Schwangarts aufleben lassen wollten.

Frau Aschemeier übergab 2009 fünf Katzen der Züchtergruppe und man hoffte auf Nachwuchs. Da diese Katzen schon älter waren, blieb der Nachwuchs leider aus. Zur Freude aller jedoch wurde "Bär von der Wassermühle" als letzer potenter Kater Vater von 3 Würfen.

Im Jahre 2012 wurden zahlreiche Enkel geboren, die sich zu gesunden, typvollen und hübschen Deutsch Langhaarkatzen entwickelt haben.